Vegane Oliven? - Warum bei der Olivenernte Millionen Vögel sterben

Stille im Olivenhain – Vollernteharvester und ihre Gefahr für Singvögel

In Deutschland ist, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, ein drastischer Rückgang an Singvogelarten und Vogelbrutpaaren zu verzeichnen: laut dem NABU (2017) sind es in Deutschland 15% weniger Brutpaare im Vergleich zum Jahr 2005. 

Dies liegt vor allem an der Intensivierung der Landwirtschaft. Was der Intensivanbau von Olivenmit dem Vogelsterben zu tun haben könnte, zeigen wir im Folgenden.

Olivenbäume - ein Lebensraum für viele Arten

Olivenhaine sind wichtige Elemente der mediterranen Kulturlandschaft und im Grunde friedliche Orte. Als Dauerkulturen bedürfen Olivenbäume nur wenigen Eingriffen des Menschen und die immergrünen Bäume können einige hundert Jahre alt werden. Dabei stellen die Bäume und die Zonen unterhalb der Gehölze nicht nur für Insekten und Säugetiere sondern auch für viele Vögel wichtige Habitate dar. Viele Zugvögel aus dem Norden Europas und Mitteleuropa überwintern sogar in diesen.

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Olivenerntemaschinen - Nächtliche „Staubsauger“

Zwischen Oktober und März steht im Mittelmeerraum die Olivenernte an. Diese erfolgt traditionell von Hand mithilfe von Netzen, in denen die Oliven aufgefangen werden, teilweise auch durch das Absägen von Ästen. Im Intensivanbau werden die Steinfrüchte jedoch oftmals mit Erntemaschinen geerntet, da so Kosten für Erntehelfer*innen gespart werden können. Meist handelt es sich dann um hoch intensivierte Olivenhaine, in denen die Bäume in Reih und Glied auf ebenem Gelände stehen und damit überhaupt erst von speziellen Vollernteharvestern befahren werden können.

Diese schütteln die Oliven von den Ästen und saugen sie anschließend ein. Problematisch ist nicht diese Ernteform selbst, sondern vor allem der Zeitpunkt, zu dem sie durchgeführt wird: im Winter und in der nächtlichen Dunkelheit. Dann, wenn unzählige Zugvögel wie Rotkehlchen, Finken, Grasmücken und Bachstelzenin den Schutz bietenden Bäumen ruhen. Helle Lichter und laute Geräusche bei der Ernte verwirren die Vögel derart, dass diese nicht fliehen und in den Bäumen ausharren - was dazu führt, dass die Vögel mit eingesaugt werden und verenden. Bei einem Maschineneinsatz am Tag sähe dies anders aus, da die Vögel dann weniger orientierungslos wären und wegfliegen könnten, bevor der Sauger zu nahe käme.

Bei euch piept‘s wohl!

Die nächtlichen Ernten mit Erntemaschinen gefährden Millionen von Singvögeln. Vor allem in Spanien und Portugal werden rund 2,7 Millionen Tiere jährlich eingesaugt und getötet, auch Frankreich und Italien sind betroffen (DA SILVA/MATA 2019). 

Doch warum wird die Olivenernte nachts durchgeführt, wenn tagsüber Vögel vor dem Tod bewahrt werden könnten? Durch die kälteren nächtlichen Temperaturen behalten die Oliven ihr gutes Aroma besser, als wenn sie tagsüber geerntet würden. Dazu kommt möglicherweise eine gewünschte schnellere Ernte (Tag und Nacht) aus ökonomischen Gründen. Günstige Oliven aus dem Supermarkt haben daher einen hohen Preis. Für sie sterben jährlich Millionen Vögel. 

Besonders erschreckend: Die toten Vögel werden auf der iberischen Halbinsel teilweise noch an die Gastronomie weiterverkauft, die diese dann illegal als gebratene Vögel („pajaro frito“) anbieten. Eine Tragödie nicht nur für Veganer*innen. In Andalusien wird ein Verbot des nächtlichen Einsatzes der Vollernter zumindest in Erwägung gezogen.

Handgeerntete Oliven aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft – also die mit Biosiegel?

Um dieses grausame Vorgehen nicht zu unterstützen, sollten Verbraucher*innen gezielt auf Olivenöl von handgeernteten Oliven zurückgreifen, die kleinbäuerlich und nicht hoch industriuell erzeugt wurden. Doch inwiefern trifft dies auf Bio-Olivenöle zu?

Einige Biofirmen erklären zwar öffentlich auf ihrer Website, dass ihre Erzeugerbetriebe auf den Einsatz solcher Erntemaschinen verzichten. Das Qualitätssiegel FAO GIAHS (Globally Important Agricultural Heritage Sytstems) garantiert zudem eine Ernte von Hand und einen traditionellen Anbau (LABORATORY FOR LANDSCAPE AND CULTURAL HERITAGE OF THE SCHOOL OF AGRICULTURE 2020). Leider machen jedoch weder die EU-Öko-Verordnung noch die Richtlinien der einzelnen Bioverbände irgendwelche Vorschriften zur Ernte von Oliven.

Nur bei einer einzigen Anbauweise kann man wirklich sicher sein, dass eine Ernte mit Vollernter nicht erfolgt: beim biozyklisch-veganen Olivenanbau. Dieser schreibt ein Abtrennen der Oliven per Hand oder mit dem Rüttler vor. Zudem sorgt die Einzelbetriebsabfüllung dafür, dass vollkommene Transparenz über den oder die jeweilige*n Erzeuger*in des Öls gegeben ist und Verbraucher*innen nachvollziehen können, von welchem Olivenhain das Öl stammt.

Es geht auch ohne Vogelsterben - mit handgepflückten Oliven. 

Biozyklisch-veganer Anbau schafft Lebensräume für Vögel

Mit dem Anliegen, ein anderes Mensch-Tier-Verhältnis zu kreieren und vermeidbares Leid für Tiere zu minimieren, setzen die Biozyklisch-Veganen Richtlinien andere Standards. Nicht nur der Verzicht auf die kommerzielle Nutztierhaltung und auf den Einsatz von Schlachtabfällen und anderen tierischen Dünge- und Betriebmitteln macht dies deutlich. Auch die wilden Tiere, wie eben z.B. die Vögel, werden in dieser Form des Ökolandbaus um ein Vielfaches mehr beachtet und geschützt, indem beispielsweise auf das Zurverfügungstellen von Habitaten strikt geachtet wird. Bäume, die in Reih und Glied auf nacktem Boden stehen, wird man in einem biozyklisch-veganen Olivenhain nicht finden! Auf den biozyklisch-veganen Hainen Griechenlands und Zyperns werden ganz besondere Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt ergriffen, denn diese sind fest in den Biozyklisch-Veganen Richtlinien verankert.

Viele verschiedene Vogelarten in einem Agrarökosystem leisten nämlich nebenbei auch einen wichtigen Beitrag zur Populationskontrolle von so genannten Schadinsekten. Um den Betriebsmittelaufwand gering zu halten, wird daher eben gerade auf ein stabiles Ökosystem durch eine hohe Artenvielfalt gesetzt, welche durch Randbepflanzungen, Dauerbegrünung zwischen den Bäumen und eine schonende Ernte (ohne Sauger!) erzeugt wird.

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Mit biozyklisch-veganen Produkten Vögel schützen

Biozyklisch-vegane Erzeuger*innen zeigen: Eine gute, nachhaltige Landwirtschaft schützt Vögel, statt sie zu töten! Mit dem Kauf eines biozyklisch-vegan produzierten Olivenöls aus Kalamata können Sie nicht nur sicher sein, dass keine sogenannten Nutztiere bei der Produktion des Bio-Olivenöls eine Rolle gespielt haben. Sie haben sogar einen Anbau unterstützt, der die Zugvögel achtet und schützt wie kein anderer. Eine gute Wahl!

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Quellen:

DA SILVA, L./MATA, V. (2019): Stop Harvesting Olives at Night – it Kills Millions of Songbirds. In: Nature 569, S. 192. Unter:www.nature.com/articles/d41586-019-01456-4

LABORATORY FOR LANDSCAPE AND CULTURAL HERITAGE OF THE SCHOOL OF AGRICULTURE FIRENZE (2020): FAO GIAHS Programme. Unter:https://www.ariculturalheritage.com/fao-giahs-grogramme-2/

NABU (2017): Über zwölf Millionen Vogelbrutpaare weniger in Deutschland. Unter:https://www.nabu.de/news/2017/10/23284.html

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