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Biozyklisch-veganer Olivenanbau: Was ihn so besonders macht

Als ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft im Mittelmeerraum liefern Olivenhaine schmackhafte Oliven und wertvolles Olivenöl. Der ökologische Olivenanbau hilft, diese naturnahen Ökosysteme zu erhalten, indem auf Mineraldünger, chemisch-synthetische Pestizide und Herbizide verzichtet und stattdessen auf organischen Dünger gesetzt wird. Wo in Gebieten konventioneller Bewirtschaftung viele ökologische Probleme wie die Verschmutzung von Oberflächengewässern und ein Verlust an Artenvielfalt durch den Einsatz von Giften und durch einen hohen Grad an Mechanisierung und Intensivierung entstehen, fördert der Bio-Olivenanbau den Aufbau von Humus und schont Insekten sowie Gewässer.

Der biozyklisch-vegane Olivenanbau ist eine ganz spezielle Form des Bio-Olivenanbaus, die über die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung in einigen Aspekten weit hinaus geht.
In unserem Onlineshop findest du neben handwerklich produziertem Olivenöl aus biozyklisch-veganem Anbau auch Kräuter, Tees und Rosinen von kleinbäuerlichen Betrieben und aus bio-veganer Landwirtschaft.

Herkömmlicher Bio-Olivenanbau und die Düngefrage

Die Düngung in ökologisch bewirtschafteten Olivenhainen erfolgt nicht mit Nährsalzen, wie im konventionellen Anbau, sondern organisch. Dadurch wird Humus im Oberboden aufgebaut, was den Boden fruchtbarer macht. Dass die Oliven mit rein pflanzlichem Material gedüngt werden, gewährleistet jedoch einzig das Gütesiegel „Biozyklisch-Veganer Anbau“, welches Betriebe nutzen, die kontrolliert nach den „Biozyklisch-Veganen Richtlinien“ wirtschaften. 

 Gütesiegel biozyklisch-veganer Anbau

Während herkömmliche Bio-Olivenhaine mit Mist, Hühnertrockenkot oder kompostiertem Rinderdung in Pelletform gedüngt werden können, verbietet der Biozyklisch-Vegane Anbau jeglichen Einsatz tierischen Düngers. Doch wie düngen dann biozyklisch-vegane Olivenbauern und -bäuerinnen eigentlich und wofür steht überhaupt der Begriff „biozyklisch-vegan“?

Biozy...-was?

Der Begriff „biozyklisch“ leitet sich ab von „bios“ (gr. = Leben) und „kyklos“ (gr. = Kreislauf). „Biozyklisch-vegan“ meint also, sich beim Anbau von Lebensmitteln den natürlichen Lebenskreisläufen anzunähern und möglichst enge, rein pflanzliche Stoffkreisläufe zu bilden. Tierischer Dünger aller Art und kommerzielle Tierhaltungsformen sind hier tabu! Des Weiteren wird besonderer Wert auf die Förderung der Artenvielfalt und das Schaffen von Lebensräumen für Wildtiere gelegt. Mehr und mehr Betriebe wirtschaften biozyklisch-vegan und entscheiden sich für einen sehr konsequenten Weg des ökologischen Landbaus. So auch viele Olivenölerzeuger*innen.

Im Folgenden möchte ich die wichtigsten Aspekte der Biozyklisch-Veganen Richtlinien für den Olivenanbau und die Unterschiede zum herkömmlichen Bio-Olivenanbau aufzeigen:

Nährstoffkreisläufe konsequent geschlossen

Während in Bio-Olivenhainen oft auch tierische Düngemittel eingesetzt werden, sind im biozyklisch-veganen Olivenanbau grundsätzlich nur Dünge- und Betriebsmittel pflanzlichen Ursprungs erlaubt. Dies ist DAS Unterscheidungskriterium. Besonders ist auch, dass die Nebenprodukte der biozyklisch-veganen Olivenölgewinnung (wie Fruchtfleisch, Olivenkerne und -blätter) anschließend kompostiert und als Oliventresterkompost zur Düngung der Olivenbäume und zur Bodenverbesserung wieder auf den Hain zurückgeführt werden müssen.

Pressrückstände wie Olivenblätter und -kerne werden kompostiert und dann auf den Hain zurückgeführt

Diese äußerst effiziente Schließung von Stoffkreisläufen erfolgt mindestens alle zwei Jahre. Wenn Olivenproduzent*innen nicht selbst die Möglichkeit haben, zu kompostieren, dürfen sie den Kompost auch zukaufen - sofern er aus Oliventrester der Region gewonnen und rein pflanzlich ist!

Wenn Bäume im biozyklisch-veganen Olivenhain geschnitten werden oder das Gras zwischen den Bäumen gemäht wird, so bleiben diese organischen Reste stets vor Ort und werden ebenfalls zurück in den Nährstoffkreislauf geführt. Dies fördert nicht nur das Bodenleben: Eine dicke Mulchschicht aus Wildkräutern und -blumen sowie Grasschnitt um die Bäume herum schützt den Boden vor Austrocknung und stellt den Olivenbäumen langfristig wieder Nährstoffe zur Verfügung.

 Eine Mulchschicht um die Bäume sorgt für fruchtbare Böden

Zweige werden kleingehäckselt oder verbrannt und als Holzschnitzel bzw. -asche verteilt. So werden biozyklisch-vegane Olivenhaine zu sich selbst erhaltenden fruchtbaren Systemen!

Bodenbearbeitungsmaßnahmen, wie z.B. das Fräsen, werden seltener und wenn dann nicht unmittelbar um die Baumscheibe herum vorgenommen, sodass die Wurzeln der Bäume nicht beschädigt werden. Es entstehen natürliche Lebenskreisläufe, vom gesunden Boden, zur gesunden Pflanze bis zum gesunden Menschen!

Auch die wilden Tiere schützen

Biozyklisch-veganer Anbau vermeidet nicht nur jegliche Nutzung von Tieren und deren Exkremente, sondern denkt auch wilde Tiere konsequent mit. Selbst ökologische Schädlingsbekämpfungsmittel, wie z.B. Pyrethrum, sind daher nicht vorgesehen und dürfen nur in speziellen Ausnahmen verwendet werden. Es werden stattdessen Mittel wie Naturalis, ein Pilz-Extrakt, bevorzugt, welche sich nicht auf andere als die Schadinsekten (wie die Olivenfruchtfliege) auswirken. 

Im Ökolandbau kommen gegen die Olivenfruchtfliege, die große Schäden verursachen kann, in der Regel Klebefallen mit Pheromonen zum Einsatz. Diese werden in die Bäume gehängt und senden Lockstoffe aus, mit denen sie die Olivenfliege anziehen und sie so daran hindern, ihre Eier in die Oliven zu legen. Im biozyklisch-veganen Anbau dürfen nur solche Fallen mit einer grün bis olivgrünen Färbung genutzt werden, damit andere (Bestäuber-) Insekten wie Bienen, die auf Farben reagieren, nicht mit-angezogen werden. Sie sind wichtige Nützlinge, die unbedingt gefördert werden müssen, so der Grundgedanke des vorbeugenden Pflanzenschutzes.

Der Förderung der Biodiversität kommt im biozyklisch-veganen Anbau ganz allgemein eine große Bedeutung zu. Zwei Mal in zehn Jahren müssen alle Eingriffe (wie Mahd oder Formen der Bodenbearbeitung) in biozyklisch-veganen Olivenhainen unterbleiben, bis alle Wildblumen, Kräuter und Gräser, die unter bzw. zwischen den Bäumen wachsen, ausgesamt haben. Denn: Vielfalt ist Leben und macht das Ökosystem stabiler und resilienter!

Bunte Vielfalt im biozyklisch-veganen Olivenhain

Vor der Betriebskontrolle, die von einer unabhängigen Kontrollstelle durchgeführt wird, muss sich ein potenziell biozyklisch-vegan wirtschaftender Betrieb der Erhebung des sogenannten Biozyklischen Betriebsindexes unterziehen. Dabei wird die ökologische Vernetztheit eines Olivenhaines mit seiner angrenzenden Umgebung ermittelt und festgestellt, wie gut der Betrieb durch Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt das natürliche Selbstheilungspotenzial im Agro-Ökosystem anregt und z.B. Nützlingshabitate zur Verfügung stellt. Es soll, neben der Schaffung einer Pufferzone hin zum oftmals konventionell bewirtschafteten angrenzenden Olivenhain, z.B. dafür gesorgt werden, dass pro 1000 m2 eine andere Baumart mit anderer Wuchshöhe als die Olivenbäume im Ökosystem vorzufinden ist oder auch Sitzhilfen vorhanden sind, um Vögel anzuziehen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Populationskontrolle von Schadinsekten.

Der biozyklisch-vegane Anbau sieht grundsätzlich eine Ernte der Oliven von Hand oder mit dem Rüttler (in Ausnahmefällen auch maschinell, aber am Tag!) vor. Eine Maschinenernte bei Nacht, die deshalb durchgeführt wird, weil das Aroma der Oliven dann am besten ist und die viele Singvögel in den Tod reißt, während sie in den Bäumen ausharren, ist hier - gemäß dem Grundsatz der Vermeidung jeglichen Tierleids - verboten!

Wertvolle Oliven liefern wertvolles Öl

Wie bei allen nicht maschinellen Ernteverfahren in Handarbeit weisen biozyklisch-vegan erzeugte Oliven höchste Qualität auf und es entsteht ein qualitativ hochwertiges Olivenöl. 

 Nach der Pressung werden die organischen Reste wieder auf den Hain zurückgeführt

Biozyklisch-vegane Oliven werden wie fast alle Bio-Oliven nur in Ölpressen mit umweltfreundlicher Presstechnologie verarbeitet, welche die ursprüngliche Qualität der Ernte gewährleistet. Die Verkleinerung der Oliven und die daran anschließende mechanische Pressung des Olivenöls darf nur auf Anlagen passieren, die nach dem sogenannten Zwei-Phasen-Zentrifugalverfahren arbeiten, sodass ein extra natives Öl mit einem Säuregehalt von maximal 0,8 % entsteht.

Außerdem darf die Temperatur der Maische oder des gepressten Öls während des gesamten Verarbeitungsvorgangs 28 °C nicht übersteigen. So entsteht ein roh-veganes Endprodukt, welches sehr wertvoll an Inhaltsstoffen ist und bleibt: kaltgepresstes biozyklisch-veganes Olivenöl erster Güteklasse! Dieses Geschmackserlebnis möchten Sie gerne probieren? In unserem Onlineshop finden Sie Olivenöle erster Güteklasse aus biozyklisch-veganem Anbau!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Wie bei anderen Bioverbänden auch, lassen sich biozyklisch-vegane Erzeuger*innen einmal jährlich von einer privatwirtschaftlichen, unabhängigen Kontrollstelle kontrollieren und zertifizieren. Das Biozyklisch-Vegane Gütesiegel lässt Verbraucher*innen sicher sein, dass die oben beschriebenen Anbauprinzipien angewendet und gänzlich auf tierische Düngemittel verzichtet wurde.

Der biozyklisch-vegane Anbau ist geschützt: Die internationale ideelle Adolf-Hoops-Gesellschaft mbH hat die Zeichenrechte inne und unterstützt die jeweiligen Förderorganisationen der Länder, wie etwa den Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V. im deutschsprachigen Raum.

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Quellen:

https://biozyklisch-vegan.org/richtlinien-2/
https://www.biocyclic-network.net/
https://de.wikipedia.org/wiki/Oliven%C3%B6l#Pressung

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